Glossar

Logistikmanagement

ABC-Analyse
Das Vorgehen der ABC-Analyse beruht auf der Erfahrung, dass ein relativ kleiner Teil der Gesamtanzahl der Güter einen grossen Anteil am Gesamtwert der Güter hat. Dabei werden als A-Artikel jene Artikel klassifiziert, die einen Anteil von ca. 70% bis 80% am Gesamtwert (z.B. Bestell- oder Lagerwert) haben. Jene Teile, welche die nächsten 15% bis 20% Wertanteil haben, bezeichnet man als B-Artikel. Die restlichen Artikel (5% bis 10%) bilden die Gruppe der C-Artikel. Ziel und Zweck ist es, anhand dieser Methode einfach und pragmatisch jene Artikel zu identifizieren, welche als Ausgabeposten zu den “Kostentreibern” zählen.

BESCHAFFTUNGSSTRATEGIE
Teil der Materialwirtschaft eines Unternehmens, sie legt mittelfristig die Verteilung der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen auf einzelne Lieferanten fest.

DUAL- / MULTIPLE SOURCING
Das Versorgungsrisiko wird dadurch vermindert, indem das gleiche Gut bei zwei oder mehreren Lieferanten beschafft wird.

GLOBAL SOURCING
Gewinnt durch den hohen Kostendruck in vielen Unternehmen und der Möglichkeit der weltweiten Beschaffung eine immer grössere Bedeutung. Neben direkten Kostenvorteilen in der Beschaffung ermöglicht Global Sourcing weitere Chancen wie Know-how Transfer durch Beobachtungen der Technologien auf den Märkten, antizyklischer Einkauf in Ländern mit Konjunkturproblemen und daraus resultierenden Überkapazitäten (sinkende Preise), verbesserte Produkt- und Marktkenntnisse für die Beschaffungsabteilung und Unterstützung der eigenen Vertriebsabteilung durch Entdecken möglicher Bedarfe für eigene Endprodukte im Ausland bzw. Aufbau von Kontakten.

JUST-IN-TIME
Es wird geliefert, was benötigt wird. Just-in-Time-Konzepte spielen überwiegend dort eine Rolle, wo das notwendige Werte-/Mengenvolumen und die entsprechenden kontinuierlichen Bedarfe (AX-Güter) vorliegen.

KONSIGNATIONSLAGER
Der Lieferant betreibt direkt beim Abnehmer sein Lager. Der Kunde kann die benötigten Artikel direkt und ohne vorherige Bestellung dem Lager entnehmen. Die Mengenplanung übernimmt der Lieferant.

MAKE OR BUY
Unternehmerische Frage bzw. Entscheidung, ob Prozesse oder Produkte selbst erstellt werden oder von externen Dritten. Ein unternehmensstrategischer Entscheid auf höchster Stufe.

QUELLE
Ursprungs- oder Entstehungsort eines Güter- oder Materialflusses

RFID
engl. radio-frequency identification. Neben Magnetkarte und Barcode zählt RFID zu den weitest verbreiteten Informationstechniken, welche auf Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten und Lebewesen mit Radiowellen basiert.

SENSORNETZWERK
Rechnernetz von Sensorknoten, welche mittels feinen Sensoren ihre Umwelt überwachen und die Messergebnisse dem Nutzer zur Verfügung stellen. Die Sensorknoten kommunizieren drahtlos untereinander.

SENKE
Verbrauchsort oder Zielort eines Güteraufkommens oder Materialflusses

SINGLE SOURCING
bewusste Konzentration auf einen einzigen Lieferanten für ein zu beschaffendes Produkt. Es wird eine langfristige, intensive Zusammenarbeit angestrebt, um eine Vielzahl von Verbesserungspotenzialen anzustreben wie die Komplexität in den Lieferantenbeziehung zu reduzieren, in die Beschaffungsprozesse miteinander vereinfacht werden, datentechnische Verbindung zur rollierenden Überbearbeitung der Planzahlen, Lager- u. Lieferkonzepte wie Konsignationslager, JIT oder Kanban sowie Qualitätssicherung gemeinsam zu vereinbaren.

XYZ-Analyse
Die wertmässige Betrachtung (siehe ABC-Analyse) kann zusätzlich mit der Planbarkeit / Prognosegenauigkeit des Bedarfs pro Artikel beurteilt werden, um die Möglichkeit von Logistikkonzepten zu prüfen.
X-Güter            konstanter Bedarf mit                     hoher Vorhersagegenauigkeit
Y-Güter            schwankender Bedarf mit             mittlerer Vorhersagegenauigkeit
Z-Güter            unregelmässiger Bedarf mit        geringer Vorhersagegenauigkeit
Die kombinierte Betrachtung der ABC- und XYZ-Analyse dient besonders bei der Abklärung von Lager- und Lieferkonzepten, wie etwa Just-in-time. Güter mit einem hohen Beschaffungswert und einer guten Planbarkeit sind AX- oder BX-Güter.

Transportmanagement

3PL
Third Party Logistics Provider. Logistikdienstleister als internationale Speditionsfirma mit der Realisierung und Steuerung unternehmensübergreifender Beschaffungs- und Distributionslogistik.

4PL
Forth Party Logistics Provider. Logistikdienstleister als unabhängiges Generalunternehmen für die Planung, Entwicklung, Realisierung und Steuerung der Supply Chain, welche selbst keine Logistikinfrastruktur besitzen.

AWB
Airwaybill, zu deutsch Luftfrachtbrief

B2B
Handel unter ausschliesslicher Verwendung elektronischer Medien zwischen Unternehmen und Unternehmen.

B2C
Handel unter ausschliesslicher Verwendung elektronischer Medien zwischen Unternehmern und Verbrauchern (bsp. LeShop bei Nahrungsmitteln, Amazon bei Büchern, etc.)

BAF
Bunker Adjustment Factor = Frachtkostenausgleich an wechselnde Treibstoffpreise.

BL
Bill of Lading, zu deutsch Konnossement. Das BL ist ein Schiffsfrachtbrief und Wertpapier.

CAF
Currency Adjustment Factor = Währungsveränderungsfaktor

COLIS
Packstück im Transportwesen, Stückgut (auch Colli, Kolli).

CONSOLIDATION POINT
Sammelpunkt; logistischer Knotenpunkt, an dem mehrere Einzellieferungen zu einer Gesamtlieferung zusammengestellt werden.

CMR
Convention Relative au Contrat de Transport International de Marchandises par la Route, der CMR ist das meist verwendete Frachtpapier im Straßenverkehr.

DIREKTVERKEHR
Verkehr zwischen Abhol- u. Empfangspunkt ohne den Wechsel des Transportmittels.

FCL
Full container load, Container-Komplettladung.

FTF
Fahrerloses Transportfahrzeug, Gerät für den automatischen innerbetrieblichen Warentransport.

FTL
Full Truck Load, volle LKW-Ladung.

FTS
Fahrerloses Transportsystem, Gesamtheit (System) von einem oder mehreren FTF und der für einen koordinierten Betrieb erforderlichen Leitsteuerung.

HAUPTLAUF
Abschnitt der Transportkette, bei dem viele Einzelsendungen von einem Versandspediteur zu einer Sammelladung bis zu einem Empfangsspediteur zusammengefasst werden. Vergleiche Vorlauf, Nachlauf.

HUB AND SPOKE
Nabe-Speiche-System, alle Speichen führen zur Mitte des Rades, zur Nabe, genau so wie das nach diesem Prinzip benannten Logistik-/u. Verteilsystem. Viele Depots sind flächendeckend verteilt. Im Zentrum des Systems entsteht ein Hub. Die Touren im logistischen System sind nun so angeordnet, dass jedes Depot seine Lieferungen sammelt und zu bestimmten Zeiten an das Hub liefert. Zu den Stoßzeiten treffen hier also die Lieferungen aller Depots ein. Sie werden im Hub nach ihrem Zielgebiet sortiert und auf denjenigen LKW verladen, der auf der Rückfahrt das entsprechende Depot  ansteuert.

LCL
Less than container load, Stückgut.

LTL
Less than Truckload, Stückgut.

MILKRUN
Festgelegte, regelmässig befahrene Strecke, entlang welcher Lieferungen ausgeführt werden. Dadurch kann die Auslastung von Transportfahrzeugen erheblich gesteigert werden, wenn nicht von jeder Quelle ein eigener Transport zur Senke durchgeführt wird, dies hätte meist eine Leerfahrt (Rückweg) zur Folge.

MULTIMODALER TRANSPORT
Transport eines Gutes mit zwei oder unterschiedlich vielen Verkehrsträgern (Schiene, Strasse, Binnen- u. Seeschiff, Flugzeug, Pipeline, etc.).

NACHLAUF
Teilstrecke eines Transportes nach dem Haupttransport, bsp. vom Schiff im Empfangshafen zum Empfänger eines Containers. Vergleiche Vorlauf, Hauptlauf.

Stückgut
ist ein individualisiertes Gut, verpackt oder unverpackt, Packstück oder Ladeeinheit.

VORLAUF
Teilstrecke eines Transportes vor dem Haupttransport, bsp. um einen Container von der Fabrik des Absenders bis an den Abgangsfrachthafen zu befördern. Vergleiche Hauptlauf, Nachlauf.

Zollmanagement

AEO
Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (engl. Authorized Economic Operator). Status, der Unternehmen erteilt wird, welche hinsichtlich der Sicherheit der internationalen Lieferkette als zuverlässig gelten. Dem zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten werden Erleichterungen bei sicherheitsrelevanten Kontrollen gewährt.

ATA
Carnet ATA, Zolldokument das die Abfertigung bei einer vorübergehenden Einfuhr von Waren in ein Land im Rahmen des ATA-Übereinkommens vereinfacht und beschleunigt. Das Akronym ATA steht für „Admission Temporaire / Temporary Admission“. Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass für die eingeführten waren innerhalb des Vertragsstaatenbundes keine Einfuhrabgaben zu entrichten sind.

ATR
Warenverkehrsbescheinigung, die im freien Warenverkehr EU/Türkei ausgestellt wird. Durch die ATR kann ein Importeur Waren zollfrei einführen.

EORI
Datenbank in der EU, welche Zollbeteiligte mittels der sogenannten EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) zentral in einer Datenbank erfasst. Sie dient zur eindeutigen Identifizierung derselben. Die EORI-Nummer hat insbesondere im Export- (ECS) und Importkontrollsystem (ICS) sowie bei den summarischen Eingangs- und Ausgangsanmeldungen eine grosse Bedeutung.

Ermächtigter Ausführer
Bewilligung für Unternehmen zur vereinfachten Warenausfuhr. Ermächtigte Ausführer (EA) können Ursprungserklärungen auf der Rechnung generall ohne Wertlimite ausstellen und sind zudem von deren handschriftlichen Unterzeichnung befreit.

EUR. 1
Warenverkehrsbescheinigung, die im präferenzursprungsrechtlichen Sinn zu     Zollermässigung oder Zollfreiheit bei der Einfuhr von Handelswaren in die jeweiligen Abkommensstaaten führen (bsp. EU-EFTA).

EUR-MED
Warenverkehrsbescheinigung, die im präferenzursprungsrechtlichen Sinn zu    Zollermässigung oder Zollfreiheit bei der Einfuhr von Handelswaren im Verkehr mit Mittelmeerländern und Westbalkanländern eingesetzt wird und die diagonale Kumulation (Anrechnung von Warenanteilen mit Präferenzursprungsstatus) ermöglicht, sofern die Beteiligten untereinander das PEM-Übereinkommen oder ein Ursprungsprotokoll anwenden, das diese Kumulation vorsieht.

Form. A
Ursprungszeugnis, bei welchem die Geberländer (bsp. EU, Schweiz) den Nehmerländern (Entwicklungsländern) im Rahmen des allgemeinen Präferenzsystems (APS/GSP) einseitige Zollvergünstigungen (zollfrei oder reduzierter Zollsatz) gewähren. Ziel ist es, die Entwicklungsländer in deren wirtschaftlichen Entwicklung zu fördern.

REX
Verfahren des registrierten Ausführers, welches nur im Rahmen bestimmter    Freihandelsabkommen (bsp. zwischen der EU und Kanada, CETA) sowie im Allgemeinen Präferenzsystem (APS) der Europäischen Union und der Schweiz vorgesehen ist.

TARES
Zolltarifdatenbank der Schweiz analog TARIC in der EU. Tares beinhaltet neben dem schweizerischen Gebrauchstarif auch Erläuterungen zum Zolltarif sowie Entscheide über Warentarifierungen. Ergänzt wird das Angebot durch diverse Suchfunktionen und zahlreiche Links auf Zirkulare, Zollkontingente und Wechselkurse.

TARIC
Zolltarifdatenbank der Europäischen Union, in der alle Massnahmen im Zusammenhang mit den EU-zolltarifären, handels- und agrarpolitische Rechtsvorschriften enthalten sind. Sie basiert auf dem Harmonisierten System (HS), welches unter der Schirmherrschaft der WZO entwickelt wurde.

UID
Unternehmen erhalten eine einheitliche Unternehmens-Identifikationsnummer (UID). Sie dient zur eindeutigen Identifikation der Wirtschaftsbeteiligten für alle Behördengänge.

Veredelungsverkehr
zollrechtliches Verfahren, bei dem Waren (Vor-/Rohprodukte) vorübergehend zur Bearbeitung, Verarbeitung oder Ausbesserung ein- u. ausgeführt werden, welches die zollfreie bzw. zollermässigte Wiedereinfuhr der vorübergehend ausgeführten Waren ermöglicht. Die Komponenten werden im Ausland weiterverarbeitet („veredelt“), um anschliessend wieder in das ursprüngliche Wirtschaftsgebiet überführt zu werden. Ziel ist das Erzielen von Kostenvorteilen in günstigeren Produktionsländern. Das Verfahren ist bewilligungspflichtig.

ZAVV
Verfahren in der Schweiz der vorübergehenden Verwendung von Waren. Typische Warenkategorien bei ZAVV-Verfahren sind Berufsausrüstung, Ausstellungs- und Messewaren, bestimmte Beförderungsmittel (z.B. Formel1-Rennwagen oder Schiffe).

VOC
flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds), welche die Umwelt belasten. Staaten wie die Schweiz erheben eine Sondersteuer/Lenkungsabgabe auf VOC, mit dem Ziel die Emmission dieser Verbindungen zu reduzieren.

WZO
die Weltzollorganisation (franz. Organisation Mondiale des Douanes (OMD) oder engl. World Customs Organization (WCO), ist eine internationale Organisation in Brüssel (Belgien), die sich darauf spezialisiert hat, die Zollformalitäten zwischen den internationalen Handelspartnern zu vereinfachen.

Import-/Exportadministration und Regulierungen

AKKREDITIV
Unter einem Akkreditiv versteht man die unwiderrufliche Zusage der Eröffnerbank in Form einer verbindlichen Verpflichtung, nach Einreichung von akkreditivkonformen Dokumenten zu honorieren.

AL
Ausfuhrliste

APOSTILLE
Behördliche Bestätigung der Echtheit einer Unterschrift auf einer öffentlichen Urkunde sowie der Eigenschaft, in welcher der Unterzeichner der Urkunde gehandelt hat, und gegebenenfalls der Echtheit des Siegels oder Stempels, mit dem die Urkunde versehen ist.

AWG
Aussenwirtschaftsgesetz

BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Deutschland

CCC
Commerce Country Chart: Länderliste, die in Kombination mit der CCL die Genehmigungspflicht von (Re-)Exporten angibt.

CCL
Commerce Control List: US-Güterliste, die alle Güter (Dual-Use-Güter), deren (Re-)Export kontrolliert werden soll, enthält. Das Bestehen einer Genehmigungspflicht ergibt sich für den einzelnen Vorgang durch die Konsultation der CCC.

DE-MINIMIS REGEL
Reexporte ausländischer Produkte (Nicht-US-Produkte) bedürfen einer US-Genehmigung, wenn kontrollierte US-Komponenten enthalten sind, die einen Anteil von 25% überschreiten und die Genehmigungspflicht in der CCC für das entsprechende Zielland angeordnet ist. Für bestimmte kritische Länder liegt die de minimis-Schwelle bei 10%.

DOKUMENTARINKASSO
Einbezug von Forderungen gegen Übergabe bestimmter Dokumente.

DUAL-USE GÜTER
Güter mit doppeltem Verwendungszweck; Gegenstände, Technologien und Knowhow, die üblicherweise zivilen Zwecken dienen, die jedoch auf für militärische Zwecke verwendet werden können. Solche Güter sind bei der Ausfuhr in der Regel bewilligungspflichtig.

EAR99
EAR99-Güter sind alle Güter, die keiner ECCN zugeordnet werden können und damit nicht von der CCL, aber dennoch vom Geltungsbereich der EAR erfasst sind.

ECCN
Die Export Control Classification Number ist eine alphanumerische Kennzeichnung für Exportgüter mit US-amerikanischem Ursprung.

EMBARGO
Ein Verbot, bestimmte Waren in ein Land zu liefern.

GARANTIE
Die Bankgarantie ist ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen, mit dem die Bank dem Begünstigten verspricht, auf dessen erstes Verlangen eine Zahlung in bestimmter Höhe zu leisten, falls der Garantieauftraggeber seine Zahlungs- oder Leistungsverpflichtung nicht erbringt.

GENERAL PROHIBITIONS
Die zehn allgemeinen Ausfuhrverbote der EAR enthalten alle (Re-)Exportverbote des US-(Re-)Exportkontrollrechts mit oder ohne Genehmigungsvorbehalten.

GÜTERLISTE
Internationales oder nationales Verzeichnis von Waren, Rüstungsgütern und Technologien, deren Export durch internationale oder nationale Vorgaben eingeschränkt ist und einer staatlichen Genehmigung bedarf.

HS
Harmonisiertes System, international gültiges System von Zolltarifnummern, welches anfangs der 1970-Jahre unter der Schirmherrschaft der Weltzoll-organisation (WZO) erarbeitet wurde und derzeit in 138 Vertragsparteien mit mehr als 200 Zollverwaltungen zur Anwendung gelangt. Weltweit werden über 98% der Waren im Handelsverkehr mittels der HS-Nummerierung erfasst und verschlüsselt.

INCOTERMS
In
ternational Commercial Terms. Von der internationalen Handelskammer in Paris festgelegte Handelsklauseln, welche die Verantwortlichen sowie den Kosten- u. Gefahrenübergang    zwischen Verkäufer und Käufer im Hinblick auf die Lieferung von Gütern regeln.

ITAR
International Traffic in Arms Regulations. Regelwerk des US-(Re-)Exportkontrollrechts für Rüstungsgüter und Weltraumtechnologie. ITAR Part 121 enthält die United States Munitions List.

OFAC
Das Office of Foreign Assets Control ist die Exportkontrollbehörde des Finanzministeriums in den Vereinigten Staaten.

RED FLAGS
Verschiedene Warnhinweise oder Unstimmigkeiten in einem (Re-)Exportvorgang, welchen man vor Abwicklung des Auftrages weiter auf den Grund gehen sollte. Dazu zählen bsp. Aufträge über Güter, die nicht zur Produktpalette des Kunden passen oder sich nicht mit dessen herkömmlichen Bedarf decken.

SANKTIONSLISTEN
Offizielle Verzeichnisse, in denen Personen, Gruppen, Organisationen oder Unternehmen aufgeführt sind, gegen die bestimmte wirtschaftliche oder rechtliche Sanktionen verhängt wurden.

SECO
Staatssekretariat für Wirtschaft Schweiz

UMSCHLÜSSELUNGSVERZEICHNIS
Vom BAFA herausgegebenes unverbindliches Hilfsmittel für die Güterklassifizierung. Auf Basis der statistischen Warennummer liefert das USV Vorschläge auf möglicherweise zutreffende Güterlistennummern.

Geschäftsprozessmanagement

ABLAUFORGANISATION
Umfasst die betrieblichen Abläufe eines Unternehmens und deren Strukturierung bis hin zu Arbeitsplänen und Stellen-beschreibungen. Im Kern sind damit Prozesse gemeint.

AUDIT
Audit umfasst die systematische Überprüfung eines in einem Unternehmen aufgebauten Managementssystems (bsp. eines Qualitätsmanagementssystems) oder eines Bestandteils davon (bsp. ein Prozess oder eine Regulierung). Audits werden einerseits von externen Zertifizierungsgesellschaften als Grundlage für eine Zertifizierung durchgeführt, andererseits gehört es zu den Aufgaben des Unternehmens selbst, regelmässige Audits einzelner Bereiche und Prozesse durchzuführen (internal Audits), um die Wirksamkeit des Managementsystems zu überprüfen und es ständig weiterzuentwickeln.

BENCHMARKING
Systematischer Vergleich unternehmenseigener Prozesse mit internen (andere Abteilungen oder Bereiche) oder externen Vergleichsobjekten (andere Unternehmen). Generelle Zielsetzung ist es an Best Practice weltweit zu partizipieren mit ausgewählten Kennzahlen den Veränderungs- und Optimierungsbedarf zu analysieren. Damit soll Qualität und Leistungsfähigkeit des betreffenden Prozesses deutlich gesteigert werden.

BPM
Business Performance Management. Kennzahlenorientiertes, IT-spezifisches Instrument, das sich auf die Messung und Auswertung leistungsbezogener Kennzahlen des Unternehmens konzentriert. Dies geschieht in der Regel mit leistungsfähigen Informationssystemen, welche die vorher definierten Kennzahlen regelmässig messen und dem Management zur Verfügung stellen (Business Intelligence-Systeme, Management-Dashboards u.ä.).

BPMN
Business Process Modelling Notation. Grafische Notation zur Erstellung von Prozessdefinitionen in der XML-basierten Business Process Modelling Language (BPML). Die BPMN wurde ebenso wie die BPML von dem Industriekonsortium Business Process Management Initiative (BPMI) entwickelt.

BPR
Business Process Reengineering. Konzept zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch die radikale Veränderung sämtlicher Geschäftsprozesse. Im Gegensatz zu KVP wird nicht im bestehenden Prozessmodell nach Optimierungen gesucht, sondern eine radikale Veränderung angestrebt. Wird auch als “Grüne Wiese Ansatz” bezeichnet.

BSC
Balanced Scorecard, Managementmethode mit der Zielsetzung einer ausgewogenen Steuerung der wesentlichen Unternehmensperspektiven. Neben der traditionellen Perspektive von Finanzzielen werden typischerweise Kunden-, Prozess- und Potentialziele strategisch festgelegt. Die konkrete Steuerung erfolgt nun mit zielrelevanten Kennzahlen, Vorgabewerten und strategiekonformen Aktivitäten.

BUSINESS INTELLIGENCE
Vorgehensweisen, Konzepte und Anwendungssysteme zur Erhebung, Darstellung und Analyse von Daten, die zur Entscheidungsunterstützung für das Management von Bedeutung sind. Hierfür kommen analytische Informationssyssteme zum Einsatz.

BUSINESS REENGINEERING
Fundamentales Überdenken und radikales Redesign von Unternehmen oder wesentlichen Unternehmensprozessen. Das Resultat sind Verbesserungen um Grössenordnungen in entscheidenden, heute wichtigen und messbaren Leistungsgrössen in den Bereichen Kosten, Qualität, Service und Zeit.

CHANGE MANAGEMENT
Systematische Veränderung von Unternehmen hinsichtlich organisatorischer und mitarbeiterspezifischer Anpassungen.

CPO
Chief Process Officer. Zentraler Führungsverantwortlicher in einem Unternehmen mit der Aufgabe die Prozessorientierung im Unternehmen ganzheitlich sicherzustellen.

CORPORATE GOVERNANCE
Prinzipien und Regelungen zur ordnungsgemässen Unternehmensführung und -überwachung.

CRM
Customer Relationship Management. Konzept mit der Zielsetzung der Schaffung von Mehrwerten auf Kunden- und auch Unternehmensseite im Rahmen von Geschäftsbeziehungen. Durch die Synthese von Daten und Kreativität sollen relevanten Kundenbeziehungen resultieren.

Data Warehouse (DW)
DW dient zur Sammlung und einheitlichen Strukturierung von Daten (bsp. in Form von Datenwürfeln) aus unterschiedlichen operativen Informationssystemen zum Zwecke der Auswertung in analytischen Informationssystemen.

EDI
Electronic Data Interchange – elektronischer Datenaustausch zwischen Kunde und Lieferant.

End-to-End
Die konsequente Beschreibung bzw. Modellierung von Prozessen mit einem eindeutigen Kundenziel (intern oder extern) als Leistungsvorgabe an einen Prozess und dessen konsequenter Bearbeitung vom Prozessinput bis zum Prozessoutput.

Ereignis
Ein Ereignis repräsentiert eine stattgefundene Veränderung in einem Prozess und hat damit selbst keine Dauer. Beispiele für Ereignisse sind das Eintreten einer Bedingung, das Erreichen eines Zeitpunktes, das Eintreffen einer Bestellung, das Treffen einer Entscheidung oder das Auftreten einer Störung.

Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)
Die ereignisgesteuerte Prozesskette ist eine Notation zur Modellierung von Prozessen. Wesentlicher Bestandteil von Prozessabläufen ist der Kontrollfluss, der mit Hilfe von Ereignissen, Funktionen und Konnektoren dargestellt wird. Bei Bedarf lassen sich auch weitere Aspekte darstellen, wie Informations- und Materialflüsse.

European Foundation for Quality Management (EFQM)
EFQM ist ein Verband europäischer Firmen zur Förderung von Exzellenz in Unternehmen. Grundlage ist das EFQM-Modell für Exzellenz. das Modell umfasst eine Reihe von Aspekten, aufgeteilt in Befähiger (Führung, Mitarbeiter, Politik und Strategie, Partnerschaften und Ressourcen, Prozesse) sowie Ergebnisse (mitarbeiterbezogene, kundenbezogene, gesellschaftsbezogene Ereignisse und Schlüsselergebnisse für das Unternehmen).

Geschäftsprozess
Abfolge von Funktionen (auch als Aktivitäten bezeichnet) zur Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe. Dabei werden Leistungen in Form von Informations- und/oder Materialtransformation erbracht. Mit diesem Verständnis sind Führungsprozesse keine Geschäftsprozesse.

Kaizen
Japanische Variante der Prozessoptimierung und Prozessverbesserung. Der Ansatz verfolgt im Wesentlichen zwei übergeordnete Strategien. Zum einen werden bestimmte Grundphilosophien und Werte als eine Art zentrale Unternehmenskultur gepflegt, welche die Grundvoraussetzung für beherrschte Prozesse und hohe Produktqualität schaffen. Andererseits fokussiert der Ansatz auf die Verhinderung resp. Vermeidung fehlerhafter oder ungenügender Leistung. Diese werden durch einen sogenannten “Qualitätszirkel” umgehend anaylisiert und die Ursache dafür evaluiert.

Kanban
In Japan entwickeltes System zur flexiblen, dezentralen Produktionsprozesssteuerung. Kanban bedeutet wörtlich Karte und bezeichnet die Identifizierungskarte, die sich bei jedem Endprodukt, jeder Baugruppe und jedem Einzelteil, das im Betrieb verwendet wird, befindet. Der Kanban hat zwei Funktionen: wird das entsprechende Teil in einer Produktionsstufe verbraucht, dient der Kanban als Bestellkarte, mit der die vorgelagerte Produktionsstufe zur erneuten Herstellung dieses Teils veranlasst wird. Für das neu produzierte Teil dient der Kanban wieder als Identifikationskarte. Durch das Kanban-System werden jeweils zwei benachbarte Produktionsstufen zu einem Regelkreis verbunden. Das Kanban-System beruht auf dem Hol-Prinzip (Holsystem). Nur wenn eine Produktionsstufe “Nachfrage” entfaltet, wird auf der vorgelagerten Stufe produziert.

Kernkompetenz
Bezeichnet eine Fähigkeit bzw. Tätigkeit, die ein Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz besser ausführen kann und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangt hat. Die Konzentration auf Kernkompetenzen ist eine Unternehmensstrategie zum Ausbau von Wettbewerbsvorteilen.

Kernprozess
Besteht aus der Verknüpfung von zusammenhängenden Aktivitäten, Entscheidungen, Informationen und Materialflüssen, die zusammen den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens ausmachen. Kernprozesse sind konsequent auf die strategischen Faktoren ausgerichtet, die für das Unternehmen von Bedeutung sind. Merkmale von Kernprozessen sind wahrnehmbarer Kundennutzen, Unternehmensspezifität, Nicht-Imitierbarkeit und Nicht-Substituierbarkeit.

Kritischer Erfolgsfaktor
Faktor, den der Geschäftsgang massgeblich beeinflusst (mit Sicht nach aussen auf den Kunden) wie bsp. innovative Problemlösung, hohe Produktqualität, hohe Liefertreue, hervorragender Kundenservice, Kundenbindung / Kundentreue, kurze Lieferzeit. Wenn Kernkompetenzen und kritische Erfolgsfaktoren übereinstimmen, ist die Basis für Erfolg gegeben.

KVP
Kontinuierlicherr Verbesserungsprozess (CIP Continous Improvment Process) Der Ansatz steht als Synonym für jegliche art von Prozessoptimierung und Verbesserung. Die Optimierung und Verbesserung von Prozessen findet nicht mehr zufällig oder erst dann statt, wenn Probleme aufgetreten sind, sondern wird auf Basis definierter Zielvorgaben systematisch geplant und initiert. Beinhaltet den Anspruch, die Leistung von Prozessen oder Prozessaktivitäten jederzeit und in kleinen Schritten zu steigern.

Lean Management
Managementansatz, um schlanke (lean) Strukturen und Prozesse im Unternehmen zu schaffen, die unnötigen Abläufe vermeiden und nur die Prozesse bzw. Tätigkeiten vorsieht, für die der Kunde bereit ist zu bezahlen.

Organisation
Regelung der Zusammenarbeit zwischen betrieblichen Organisationseinheiten z.B. Stellen u. Abteilungen.  Planmässige und folgerichtige Gestaltung von Beziehungen sowohl zwischen Menschen und Sachen als auch zwischen Zielen und Normen. Zweck: Unterstützung der betrieblichen Ziele und Aufgaben.

Outsourcing
Verlagerung von Prozessen (Produktions- und Logistikprozesse) vom eigenen Unternehmen an Dritte, die nicht zum eigenen Kerngeschäft zählen.

Prozess
Bündel von Aktivitäten, für das ein oder mehrere unterschiedliche Inputs benötigt werden, und das für den Kunden ein Ergebnis von Wert erzeugt.

Prozesslandkarte
Enthält jene Prozesse, die relevant sind für das Unternehmen und einer genaueren Analyse zugeführt werden müssen. Sie enthält nicht alle Prozesse wie bsp. Buchhaltung (FIBU) und Marketing  sowie HRM. Im Normalfall gibt es pro Unternehmen zwei Prozesslandkarten, eine mit den relevanten Prozessen für Prozessengineering und eine die das eigentliche Organigramm widerspiegelt.

ROI
Return on Investment. Rentabilität des im Unternehmen investierten Kapitals. Der ROI gilt als eine der überragenden Kennzahlen bei der Unternehmensbewertung und – beurteilung.

Six Sigma
Konsequente Weiterentwicklung des klassischen KVP-Ansatzes. Auch hier steht die gezielte Optimierung und Verbesserung von Prozessen im Mittelpunkt. Er hat sich vor allem dort bewährt, wo sich mit dem klassischen KVP-Ansatz keine substanziellen Verbesserungen mehr erzielen lassen oder kurzfristig Prozessoptimierungen erzielt werden sollten. Als Hilfsmittel und zur Bewertung der Prozessqualität gelangen statistische Methoden zum Einsatz, die eine tiefergehende und umfassendere Analyse über den Zustand des Prozesses ermöglichen. Six Sigma berücksichtigt nicht nur die Mittelwerte der Prozessmerkmale (bsp. die durchschnittliche Bearbeitungszeit), sondern auch deren Streuung. Es wird ein wesentlich höheres Gewicht auf eine nachhaltige Prozessqualität und damit die dauerhafte Beherrschung gelegt.

Supportprozess
Erfüllen unterstützende Aufgaben, damit die Kernprozesse reibungslos ablaufen. Supportprozesse haben keine strategische Bedeutung und sind deshalb prinzipiell Kandidaten für das Outsourcing. Supportprozesse sollten von den Kernprozessen getrennt werden, um diese zu entlasten. 

Time to Market
Die Zeit von der Produkteidee bis zur Verfügbarkeit des Produktes auf dem Absatzmarkt (ein immer wichtiger werdendes Wettbewerbskriterium).

TCO
Total Cost of Ownership. Gesamtkosten, d.h. alle die mit der Leistungserstellung verbundenen Kosten (variable und fixe Kosten).

TQM
Total Quality Management. Managementansatz mit bedingungsloser Kundenorientierung. Das gesamte Unternehmen wird auf den Kunden hinsichtlich Produkt- und Prozessqualität ausgerichtet. Das bekannteste Modell ist das EFQM-Modell für Business Excellence.

Wertstromanalyse
Methode zur Verbesserung der Prozessführung. Dabei wird der ganze Wertstrom eines bestimmten Produktes oder Produktegruppe bzw. Teilefamilie visualisiert und analysiert, um wichtige Kenngrössen wie Durchlaufzeit, Warenbestände, Transportzeiten und Liegezeiten zu optimieren.

Vorschlagswesen
Ansatz im Rahmen der Prozessoptimierung und Verbesserung. Der Ansatz des Vorschlagswesens kann auch mit anderen Ansätzen kombiniert werden. Allerdings muss dies in ein Gesamtkonzept einfliessen.

 

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